von | 6. Januar 2011

„Postfächer im Postamt“ © 2010 stormpic / aboutpixel.deHier ein Blogeintrag was alles schief laufen kann, wenn man ein Paket von einem großen Online Versandhaus in eine Packstation der Deutschen Post schicken will und wie fähig die einzelnen Mitarbeiter sind:

Ich bin ein großer Fan der DHL Packstation, darum habe ich auch meine Bestellung von vor 2 Tagen wieder zur Packstation schicken lassen. Wie gewohnt verschickt Amazon unheimlich schnell, so dass ich heute um 17:00 eine SMS bekomme, „Eine Sendung liegt für Sie bereit in der Packstation 123“.

Natürlich bin ich kurz darauf los und freue mich über mein Paket, hole es aus der Packstation und wunder mich „hmm bisschen klein“. Beim 2. hinschauen denke ich mir nur „Ehm was? Amazon schreibt den Empfänger doch nicht mit der Hand auf das Paket“. Das Paket war eigentlich für eine Andrea Maier(Name geändert) und nicht mein Amazonpaket. Also: Der Fahrer hat die Pakete unter falschen Namen eingebucht!

Natürlich war ich etwas sauer darüber, dass es sich nicht um mein Paket handelte, aber auch froh, denn ein Blick auf die Uhr zeigte: 17:58, die angrenzende Postfiliale hat noch auf!

Ich betrete die Post und sehe direkt eine Mitarbeiterin, lauf auf diese zu „Entschuldigung….“ werde aber sofort mit einem unheimlich freundlichen „Ich kann gerade nicht, bitte gehen Sie zum Schalter“ abgewürgt. Was diese Dame gerade gemacht hat? Sie guckt auf die Uhr an der Wand und wartete, dass sie von 17:59 auf 18:00 umspringt und sie die Filiale abschließen kann! Ja diese Dame hatte echt keine Zeit.

Nun gut, am Schalter war es ausnahmsweise mal leer, so dass ich sofort an der Reihe war. Kurz (und noch freundlich) erkläre ich meine Situation, die Dame vollkommen überfordert, fragt ihren Kollegen vom Schalter nebenan, dieser sagt nur „Schreiben Sie die Nummer und den Namen des Kundens auf, sobald Andrea Maier sein Paket abgibt rufen wir ihn an“.

Ich schreibe also meinen Namen, Adresse und Telefonnummer auf und frage noch „Und Sie können echt nichts machen?“, darauf erneut unheimlich freundlich „Nein können wir nicht“. Mittlerweile waren 2 Mitarbeiter mit meinem Fall beschäftigt, aber keiner hielt es für nötig sich bei dem nervenden Kunden, der nach Feierabend noch ein Problem hat, für die Umstände zu entschuldigen. Im Gegenteil, als ich dann etwas sauer die Filiale verlassen habe, werde ich noch arrogant von den Mitarbeitern angeguckt, nach dem Motto „Wieso hat der denn bitte schlechte Laune? Wir mussten immerhin 5 min länger arbeiten!“

Und das solls gewesen sein?! Nein es geht noch weiter:

Zuhause angekommen rufe ich etwas angefressen die Hotline an, die Dame nimmt meine Beschwerde auf und verbindet mich mit der Packstationshotline. Eine Entschuldigung von dieser Dame für die Umstände? Niemals! Jetzt, endlich der erste freundliche Mitarbeiter bei der Post, er hört sich mein Problem an, entschuldigt sich für die Umstände und ob man es glaub oder nicht, er hat sogar eine Lösung bei der ich nicht auf Andrea Maier angewiesen bin: Er schreibt kurzerhand eine Reklamation und am nächsten Tag prüft ein Mitarbeiter die Pakete in der Packstation. Unglaublich! Meine Laune stieg nun wieder und der Mitarbeiter konnte nachvollziehen, dass ich etwas angepisst war!

Das Brief / Postgeheimnis nimmt die Post selber gar nicht mehr soooo genau, scheinbar ist es mehr oder weniger nur noch eine Richtlinie. Weil was soll schon passieren, Andrea Maier guckt ggf. in mein Paket und sieht was sich darin befindet! Es könnte weiss Gott was sein aber das sieht die Post selber nicht so ernst bei einem 23 Jährigen, der mit Cap in die Filiale kommt und keinen schicken Anzug trägt…

Kurz Fazit: Die Packstation bleibt die beste Idee, welche die Deutsche Post jemals hatte (nach E-Post Brief und Co. war das aber auch nicht schwer zu toppen!), doch die Mitarbeiter sind unfreundlich, inkompetent und haben nur Augen für eines: Feierabend! Ich habe auch eine Beschwerdemail an die Post geschickt und werde deren Antwort hier auch posten, also warten wir’s ab.

Update 07.01.2011:

Gerade die erste Reaktion von DHL: Ein Herr von der Packstationshotline hatte mich angerufen und wollte noch einige Daten abgleichen. Nach dem Abgleich war meine erste Frage natürlich „Kann ich noch heute mit dem Paket rechnen?“, seine Antwort war etwas ernüchternd „Es dauert in der Regel 24-48 Stunden“. Das heißt ich werde mein Paket nicht vor Montag bekommen, es sei denn, Andrea Maier holt ihr Paket (welches meines ist) heute noch ab und bringt es zur Post. Mich würde es aber nicht wundern, wenn die Postmitarbeiter meine Telefonnummer nicht mehr finden würden, die ich auf einem kleinen unscheinbaren Zettel schreiben durfte, Formulare für einen solchen Fall gibt es nämlich nicht!

Update 2 07.01.2011

Heute um 13 Uhr habe ich tatsächlich einen Anruf von der Deutschen Post bekommen: Mein Paket wurde „gefunden“. Ich bin es abholen gegangen, habe meine Packstationskarte abgegeben und der Herr hatte mein Paket geholt. Jetzt wollte er noch meinen Perso sehen, ich habe ihm diesen gegeben und nichts gesagt, ich wollte immerhin mein Paket haben und schnellstens da weg.

Ich frag mich wieso die DHL Fahrer nie die Persos der Nachbarn kopieren müssen, wenn sie dort ein Paket abgeben bzw einfach in den Flur legen. Die Unterschrift, die man auf diesem komischen Gerät macht kann man eh nie lesen und ich mache meistens auch nur einen Krackel… Naja immerhin kam mein Paket doch noch vor Montag an! Trotzem, eine Entschuldigung für die Umstände? Doch nicht bei der Post.

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Kategorien: Kritik