von Moritz | 18. März 2010

Apple vs. Adobe Flash (welche Rolle spielt Google?)Seit Apple das iPad angekündigt hat ist die Diskussion um Adobe’s Internetstandard Flash groß. Neue Browser in Verbindung mit den neuen HTML5 Tags Video/Audio sollen Adobes Flash in Zukunft überflüssig machen. Werden wir bald ohne den weit verbreiteten Flashplayer (laut Adobe weit über 90%) im Internet surfen?

Steve Jobs über Flash auf iPad und iPhone

Steve Jobs begründete den Verzicht auf Flash damit, dass Flash für die meisten Abstürze an Mac’s (MacBook’s/iMac’s/Mac Pro’s) verantwortlich sei. Es sei schlecht programmiert und ein extremer Performancefresser. Zumindest im letzten Punkt kann ich Steve Jobs verstehen, Flash kann die Performance eines Systems ordentlich runterziehen. Dieses Problem liegt aber nicht unbedingt an der “schlechten Programmierung von Flash”, sondern auch an den tollen Klicki Bunti Flashseiten im Netz, die so überladen sind mit Elementen, dass selbst ein normaler, etwas älterer, Laptop ins stocken gerät.

Flash auf mobilen Geräten

Viele Blogger schrieben die letzten Tage, dass HTML5 Flash ablösen wird. Gerade bei den Mobiledevices wäre das natürlich für die Akkulaufzeit optimal, jedoch kommen jetzt teilweise weitere Tablets auf den Markt (und einige sogar noch vor dem iPad) die auf Windows 7 / Android basieren. Es ist kein Geheimnis das auf beiden Plattformen Flash verfügbar ist. Stellt sich die Frage, muss Apple bald nachziehen, wenn das iPad bei den Konsumenten floppt bzw. nicht einschlägt wie das iPhone?

iPad – wird es ein Knaller wie das iPhone?

Meiner Meinung nach nicht in diesem Ausmaß. Die Vorbestellzahlen vom 1. Tag sind zwar beeindruckend (120.000 iPads), aber mich würden die kompletten Zahlen mal interessieren, seit dem 27.01.2010 bis heute. Ein Vergleich mit den iPhone Zahlen wäre auch nicht verkehrt, um diese Zahl richtig einschätzen zu können. Apple kann Gefahr laufen eine potentielle Lücke im PC Geschäft aufgezeigt zu haben (die Lücke zwischen Smart Phone und Laptop) und diese mit dem eigenen Produkt nicht (oder “nicht vollständig”) schließen zu können.

Die Konkurrenz schläft nicht …

… und Sie hat Flash mit an Bord! Auf der CeBit 2010 wurden eine Menge neue Mobile Internetgeräte vorgestellt, die Apples iPad einiges voraus haben. Die Geräte von Hanvon (BC10C), Archos (Tablet), Asus, HP (Slate) haben alle Windows 7 als Betriebssystem und somit ein vollwertiges OS. Die Nutzer können entscheiden welchen Browser sie nutzen wollen, ob sie Flash nutzen wollen und sie können wirklich im kompletten Internet surfen. Bereits gekaufte Programme können auf den Geräten installiert werden und man ist nicht an den Appstore gebunden. So kann man z.B. sein Office einfach weiternutzen und ist nicht auf das neue Office für 30$ (korrigiert mich wenn der Preis nicht stimmt) angewiesen.

Google vs. Apple

Dieser Kampf mag in Zukunft noch spannend werden, denn Google setzt mit Android auf Flash! Wer Google kennt weiss, dass Google auf keinen veralteten Standard setzt: Google ist gerne Vorreiter in neuen Standards und möchte gerne auch veraltete Standards und Programme im Internet loswerden (Beispiel: Internet Explorer 6 Support für YouTube eingestellt).

Google zieht die Fäden mit YouTube

Google zieht hält einen Entscheidenen Faden in der Hand

Fazit:

Eine klare Entscheidung gibt es natürlich (noch) nicht, aber in den nächsten Jahren werden wir auf Flash nicht verzichten müssen/können. Gerade Google hält mit YouTube die Fäden (bzw. einen Großen aller Fäden) in der Hand und die Flash-Unterstützung für Googles Android Smartphones spricht nicht gerade dafür, dass Google Flash in der nächsten Zeit von YouTube verbannen will. Natürlich spiegel die HTML5 Beta von YouTube das genau andere Bild wieder, aber bis YouTube vollständig auf HTML5 umstellen kann wird es noch lange dauern. Wie das Apple in die Karten spielt und ob die iPhone und iPad User in Zukunft doch Flash bekommen, steht noch in den Sternen.

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Kategorien: Web 2.0